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Beratungsstelle Arbeit im Austausch mit Minister Laumann
Am 23. September 2026 kamen die sieben Beratungsstellen Arbeit aus dem Münsterland in Münster zu einem gemeinsamen Austausch mit Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, zusammen. Anhand von Praxisbeispielen aus den einzelnen Beratungsstellen wurde deutlich, wie vielfältig die Problemlagen von Ratsuchenden sind – von problematischen Arbeitsbedingungen und nicht gezahltem Lohn bis hin zu prekären Beschäftigungsverhältnissen.
„Seit über fünf Jahren existiert mit den 53 Beratungsstellen Arbeit ein flächendeckendes Beratungsangebot für prekär Beschäftigte, Menschen in Ausbeutung und Arbeitslose. Die Beratungsstellen bieten den Menschen in Nordrhein-Westfalen ortsnahe, unbürokratische und kostenlose Hilfe an. Genau diese Hilfe, die nah ‚an den Menschen ist', ist von hoher Bedeutung", betonte Minister Laumann beim Treffen.
Die Beratungsstelle Arbeit Warendorf brachte beim Treffen zwei Themen aus der eigenen Beratungspraxis ein: die Situation in der Fleischindustrie nach dem Fall „Westfleisch" im Frühjahr 2026 sowie die aktuelle Beratungssituation von geflüchteten Menschen aus der Ukraine.
In der Beratung von Geflüchteten zeigt sich: Viele haben schnell einen Arbeitsplatz gefunden, arbeiten jedoch bis heute unter prekären Bedingungen – etwa in Teilzeit, befristet oder in Helferjobs. Gleichzeitig fehlen häufig die zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um Anerkennung, Qualifizierung und Sprachkurse in Angriff zu nehmen. Die Beratungsstelle Warendorf setzt daher unter anderem auf Social Media, den Kontakt zu ukrainischen Communities und niedrigschwellige Beratungsangebote, um Ratsuchende zu erreichen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Bedeutung des Netzwerks der Beratungsstellen Arbeit im Münsterland. Der regelmäßige fachliche Austausch, gemeinsame Aktionen und die Zusammenarbeit mit weiteren Fachstellen ermöglichen es, Erfahrungen zu teilen und Ratsuchende auch bei komplexen Anliegen gezielt zu unterstützen. Auch für die Beratungsstelle Warendorf ist diese Vernetzung ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.
Landesweit unterstützen 53 vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und dem Europäischen Sozialfonds finanzierte Beratungsstellen Menschen kostenlos bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, etwa bei nicht gezahltem Lohn, unrechtmäßigen Kündigungen oder problematischen Arbeitsbedingungen. Der Austausch mit Minister Laumann bot der Beratungsstelle Arbeit Warendorf die Möglichkeit, Erfahrungen aus der täglichen Arbeit einzubringen und auf aktuelle Herausforderungen vor Ort aufmerksam zu machen.



